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Deutschland verarmt dank Immobilien, Sparbüchern und Lebensversicherungen

Die durchschnittliche Rendite, die man in Deutschland in den nächsten fünf Jahren mit Immobilien, Sparbüchern oder Lebensversicherungen erzielen kann liegt nach Abzug aller Kosten definitiv im negativen Bereich.

Auf der anderen Seite erzielen deutsche Aktien Rekordstände (derzeitiger DAX Stand 11.000 Punkte), obwohl deutsche Aktien noch immer unterbewertet sind. In den USA erzielt der Dow Jones Index fast täglich neue Allzeithochs von über 19.000 Punkten, dank einem wirtschaftsfreundlichen Präsidenten Trump. Hiervon profitieren vor allem angloamerikanische Pensionsfonds und internationale Investoren, aber nicht die deutschen Privatkunden und auch nicht die deutschen Rentenversicherungssysteme.

Mit Aktien kann man derzeit problemlos zweistellige Renditen (positive, nicht negative!) auch in niedrigen Risikoklassen erzielen. Allerdings halten derzeit nur 13,8% der Deutschen Aktien oder Fonds. Im Jahr 2000 waren es noch 20%, aber hier hat die Deutsche Telekom mit falschen Versprechen den Aktionären einen großen Schaden zugefügt, was zu großer Verunsicherung führte.

Diese konservative deutsche Investitionstätigkeit wird langfristig in eine steigende Anzahl von Privatinsolvenzen und zu einer Altersarmut für weite Bevölkerungsteile führen. Die Ursache hierfür heißt mangelnde Anpassungsfähigkeit an neue Märkte und Investments, gepaart mit einer extremen Bürokratie und Regulierungswut sowie einem blinden Vertrauen auf die Politik.

Lebensversicherungen hatten in den ersten Jahrzehnten der Bundesrepublik einen wichtigen Stellenwert, galten als sicher, unbürokratisch, leicht zu verstehen und gut verzinst. In den letzten 20 Jahren ist daraus allerdings genau das Gegenteil geworden, weshalb diese Ladenhüter auch heute nur noch armen Riester Rentnern angedreht werden können. Wer heute noch eine Lebensversicherung abschließt hat nur noch eine Garantie: das er sicher mehr einzahlt als er nach Abzug aller Kosten jemals wiedersehen wird.

Sparbücher mit guter Verzinsung bei einer sicheren Bank. Wie schön und einfach war das früher. Eine wirklich sichere Bank gibt es trotz aller Regulierung und (mittlerweile deutlich reduzierten) Einlagensicherungsfonds in ganz Europa nicht mehr. Zudem bleibt es bei 0% Zinsen, da Länder wie Italien oder Griechenland von einer Krise in die nächste stolpern. Seit Sparer bei Banken nicht mehr willkommen sind, da diese für die Spareinlagen mittlerweile Strafzinsen an die EZB  bezahlen müssen, werden sie zur „Belohnung“ auch noch mit hohen Gebühren belastet. Trotzdem halten viele Deutsche krampfhaft an ihrem heißgeliebten Sparbuch fest, entgegen jedweder Logik.

Immobilien sollten es richten, da die Kredite günstig sind und das Sparbuch nicht mehr lohnt. Doch wie sieht es damit aus wenn die deutsche Wirtschaft in den nächsten Jahren stark nachlässt, wenn man arbeitslos wird oder zu deutlich höheren Zinsen eines Tages umschulden muss? Solche klassischen „worst case“ Szenarien wollte kein Immobilienkäufer hören, zu verlockend klang das Angebot auch ohne ausreichendes Einkommen nur aufgrund niedriger Zinsen in den eigenen vier Wänden zu wohnen. Renommierte Studien wie z.B. von der UBS kommen aktuell zu einer 25%igen Überbewertung deutscher Immobilien. Was heißt das?

Ihre Immobilie kostete inkl. aller Kosten z.B. 400.000 Euro. Davon haben Sie 20% (80.000 Euro) selbst angezahlt, den Rest finanziert. Dabei haben Sie im Rahmen ihres Hypothekendarlehens ihre Immobilie als Pfand hinterlegt (seit März 2016 gibt es viel strengere Gesetze was noch als „Pfand“ anerkannt werden darf!). Fällt jetzt der Marktwert der Immobilie um 25% auf 300.000 Euro, ist nicht nur ihre Anzahlung von 80.000 Euro weg. Die Bank muss von Ihnen zusätzliche Sicherheiten nachfordern, sonst ist sie gesetzlich verpflichtet ihnen ihren Kredit zu kündigen und ihre Immobilie zu „verwerten“. Dies bedeutet für viele einstige Immobilienbesitzer die Privatinsolvenz und einen geplatzten Traum vom Eigenheim.

Damit es nicht soweit kommt und sie ihre Immobilie noch rechtzeitig verkaufen können bzw. erst gar nicht kaufen, hier eine kurze Checkliste:

1.) Die selbst bewohnte Immobilie darf auf keinen Fall mehr als 30% des gesamten angelegten Vermögens ausmachen

2.) Bisher galten 25-30% Eigenanteil für den Immobilienerwerb. Aufgrund neuer Vorschriften seit März 2016 sollte hier eher mit 40% gerechnet werden. Immobilienfinanzierungen zu 80-100% dagegen scheitern zu über 90%.

3.) Eine wirtschaftliche Abkühlung wird ab Mitte 2017 einsetzen. Wie ist ihr Immobiliendarlehen bei Arbeitslosigkeit abgesichert?

4.) Eine Immobilie beinhaltet immer ein sog. Klumpenrisiko welches eng mit der wirtschaftlichen Lage eines Landes verbunden ist. So wie niemand sein ganzen Vermögen in eine einzelne Aktie investieren würde, so darf man es auch nicht nur in Immobilien stecken. 60% des Vermögens müssen in Aktien, Anleihen und ggf. Fonds investiert sein und 10% in physisches Gold und Cash.

5.) Eine ausreichende Rente ist ebenso wie eine gute Kapitalanlage nur durch den Zinseszinseffekt möglich. Dieser sollte mindestens 3-4% pro Jahr betragen. Bei einer Verzinsung von 0% kann man von verlorenen Jahren sprechen. Je mehr man davon im Leben hat, umso bitterer wird am Ende die Wahrheit.

6.) Im Internetzeitalter kann man mit den Ratschlägen von Oma und Opa bzgl. Sparbuch, Bausparvertrag, Lebensversicherung oder Immobilie nicht mehr zurecht kommen. Diese Zeiten sind endgültig vorbei. In der heutigen Zeit muss man sich z.B. mit Robo Advisoren, ETFs, Vermögensverwaltern und ggf. Derivaten auskennen. Wer hier beratungsresistent ist oder sich damit nicht auskennt wird klar das Nachsehen haben.